04. Dezember 2009 - Carsten Köchel
Atemberaubend qualitätsvoll
Situation Kunst ist so derartig vielschichtig, dass es unzählige Perspektiven gibt, aus denen es sich lohnt auf diese einzigartige Kunstsammlung zu blicken. Sie gehört der Ruhr Universität Bochum und ist Max Imdahl gewidmet, der von 1965 bis zu seinem Tode 1988 erster Lehrstuhlinhaber für Kunstgeschichte an der damals neugegründeten Ruhr-Universität Bochum war. Sein Freund, der Galerist Alexander von Berswordt schenkte ihm die Sammlung, damit er seinen methodischen Ansatz der Bildanalyse lehren konnte. Generationen von Studenten der Kunstwissenschaften studieren seither den Ort, aber auch Historiker oder Naturwissenschaftler können hier interdisziplinär forschen.
Situation Kunst ist außerdem offen für jedermann. Der Eintritt ist sogar frei. Man kann allerdings auch gut nebenan leben, ohne überhaupt zu wissen, welch außergewöhnliches Refugium sich hinter dem eher schlichten Zaun in dem eher abseits gelegenen Park mitten in einem Bochumer Wohngebiet befindet. Nicht wenige Bochumer haben noch nie von der Situation Kunst gehört. Sicherlich wird sich das im Kulturhauptstadtjahr ändern. Zumal im Weitmarer Park mit dem “Kubus” ein Funktionsgebäude für publikumsbezogene Aktivitäten wie Wechselausstellungen, Performances, Tagungen und Kongresse entsteht, das das alte Gebäude-Ensemble weiter ins Blickfeld rücken wird.
Situation Kunst ist das erste ruhr essential, das wir vorstellen möchten. Denn für diejenigen, die sich auf diese außergewöhnlich durchdachte Architektur einlassen und hinter die Mauern schauen, öffnet sich eine atemberaubende Welt, die man wieder und wieder besuchen möchte. Allein deswegen lohnt sich schon eine Reise nach Bochum.
Wir haben vier Filme dazu aufbereitet. Der erste Film “Kunstsammlung für Max Imdahl und seine Studenten” ist wie eine Entdeckungsreise durch die Kunstsammlung. Die Musik wurde dazu von Karl-Heinz Blomann komponiert. Klasse, vielen Dank.
Wir hatten außerdem das große Glück, von Bettina Eickhoff an die Vielschichtigkeit des Ortes herangeführt worden zu sein. In “Es gibt hier keine Zufälle” gibt sie einen Einblick, warum diese Kunstsammlung so außergewöhnlich ist und in den beiden Filmen Richard Serra “Circuit” und David Rabinowitch “Tyndale Sculpture” beschreibt sie ein paar Gedanken, mit denen man sich diesen tollen Räumen nähern kann. Bettina Eickhoff kennt nicht nur als Vorsitzende des Fördervereins Situation Kunst die Kunstsammlung in und auswendig. Man spürt auch, wie sehr sie diesen Ort lebt.
Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken eines Juwels.


























