Alle in Bochum kennen FIDENA. Seit Jahren sieht man im Herbst die Festival-Plakate. Doch fragt man nach, sind viele noch bei keiner Vorstellung gewesen und wissen auch nicht, dass sie regelmäßig eines des außergewöhnlichsten Theaterfestivals verpassen – die älteren unter ihnen sogar seit über 50 Jahren. Denn so lange gibt es das "Figurentheater der Nationen" in Bochum schon.
Heute hat das Figurentheater viele Ausprägungen. Es ist poetisch und politisch provozierend - in jedem Fall aber kein Kindertheater. Die Künstler bewegen sich auf der Schnittstelle zwischen bildender- und darstellender Kunst. Alle Möglichkeiten werden bei der FIDENA ausgelotet und die Grenzen zu Tanz, Bildender Kunst und Performance spielerisch überschritten. Dadurch gilt die traditionsreiche FIDENA als Gradmesser für aktuelle Tendenzen. Gerade mit ihrer internationalen Ausrichtung hat sie sich weltweit etabliert. Für internationale Beobachter ist das Festival seit Jahren eine gern angenommene Pflichtveranstaltung. Aber auch die Künstler wissen, wer hier auftritt empfiehlt sich weltweit.
Begründet wurde das Festival 1958 durch den Bochumer Verleger und Theaterwissenschaftler Fritz Wortelmann noch unter dem Namen Deutsches Institut für Puppenspiel. Seitdem ist Bochum so etwas wie die "Patenstadt des Puppenspiels". Das Deutsche Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V (dfp) arbeitet als Anlaufstelle und Informationsbörse für Theater oder einzelne Puppenspieler, Regisseure, Szenografen und andere Künstler. Researcher in Residence haben die Möglichkeit hier zu forschen. Neben einer umfangreichen Bibliothek und Mediathek gibt es Forschungsstipendien. Mit der Ruhr Universität wird eng zusammengearbeitet.
Unter der Leitung von Annette Dabs ist das Institut und sein außergewöhnliches Festival zu " Bochum's international theater emblem" (BBC Radio, 2006) geworden.